Über mich

Mit vier oder fünf bin ich allein zur Bücherei gelaufen. Zwei, drei Kilometer durch Schleswig, um Bücher mit nach Hause zu nehmen.

Die lange Version

Sechstes von zehn Kindern einer Arbeiterfamilie, Jahrgang 1966 — was ich am dringendsten brauchte, lag nicht zuhause auf dem Tisch. Ich musste es mir holen. Das hat sich nie verändert; nur die Bücher heißen heute Repos und Papers.

In der Schule eher Mittelmaß — bis mein Mathelehrer Herr Nielsen mir in der zehnten Klasse von etwas Neuem erzählte: Informatik. Ich hatte noch nie einen Computer gesehen, kannte niemanden, der einen besaß. Aber etwas zündete. Vom halben Versetzungswackler wurde ich Klassenbester, machte Abitur am Technischen Gymnasium Schleswig, leistete fünfzehn Monate Wehrdienst (im Nachhinein Zeitverschwendung), und schrieb mich in Kiel für Informatik ein.

Die Uni war zu trocken. Glücklicherweise hing am Schwarzen Brett ein Aushang von North Data, einer kleinen Kieler Software-Firma. Drei Monate ohne andere Bewerber — ich war der Einzige. Großrechner, dann Unix, und Anfang der 90er nebenher Studenten-Gehälter zwischen 10.000 und 20.000 D-Mark im Monat. 1996 das Diplom, dann WestLB Düsseldorf — solide, aber perspektivlos. Bis PwC mich nach Hamburg abwarb.

Es folgte ein Jahrzehnt im Koffer: PwC, dann IBM nach der Übernahme 2002. System-Software-Architekt zwischen England, Südafrika, Japan, Houston, St. Petersburg und Frankfurt. Mit 27 die Lufthansa-Senator-Karte. Fünf Jahre Zürich auf einem Projekt namens Vista. Irgendwann reichte es.

2015: Sprung in die Selbstständigkeit. Die Corona-Jahre wurden absurd erfolgreich — Spitzen bei 50.000 € im Monat. Aber 2023 reichte mir das Tauschen von Zeit gegen Geld nicht mehr. Ich wollte bauen, nicht abrechnen.

2021 hatte ich mit Malte (heute Neuseeland) Moinsen gegründet — norddeutsche Klarheit als Markenkern. Heute führe ich Moinsen solo: Beratung für KMU, eigene Produkte, ein KI-Trading-System (Aktien sind mein zweites Standbein seit 2008 — in Zürich wurden aus 2.000 € einmal 200.000 €). Acht parallele Projekte, sieben Tage die Woche, über 400 Repositories voller Ideen. Vibe Coding ist meine neue Droge, und ich nehme sie freiwillig.

Mit 59 die späte Diagnose: ADHS. Plötzlich ergab vieles Sinn — die Geschwindigkeit, die Offenheit, das Schalten zwischen Ideen. Seit Mitte 50 erlebe ich einen Produktivitätsschub, den ich nicht mehr missen will. Müdigkeit kenne ich nicht. Geht nicht, gibt es nicht.

Drei Sätze, mit denen ich lebe: Ein Mann, ein Wort. Ich lüge nicht — zu kompliziert. Software wird von Menschen benutzt, nicht von Modellen.


Was mich antreibt

1. Neugier & Lernen

Mit vier oder fünf bin ich allein zur Bücherei gelaufen. Das hat sich nie verändert — nur die Bücher sind heute Code-Repos und LLM-Papers.

2. Bauen & Schaffen

Wenn ich ein Problem sehe, muss ich es lösen. Kompulsiv-konstruktiv. Die 400+ Repos sind kein Hobby — sie sind die natürliche Konsequenz dieser Verdrahtung.

3. Unabhängigkeit + Bedeutung

Ich will nicht, dass mir jemand sagt, was ich zu tun habe. Aber ich will, dass das, was ich baue, bedeutet etwas. Hilfe und Impact zählen. “KI hilft Helfern” ist die Übersetzung in den Geschäftsalltag.

4. Coding als Sport, Ikigai als Leben

Ich kann das. Ich will das. Ich kann das. Coding ist mein Sport, nicht meine Arbeit. Ikigai (Leidenschaft + Mission + Beruf + Berufung) ist nicht Inspiration — es ist mein Lebensentwurf.


Werdegang

ZeitraumRolleKontext
2024 – heuteIndie Builder, Agentic Coding, KI-Tradingselbstständig · Moinsen
2015 – 2024Freelancer Softwareentwicklungselbstständig · Erstauftrag Fielmann
2009 – 2014System-Software-Architekt, ZürichIBM · Großprojekt Vista (5 Jahre)
2002 – 2009System-Software-Architekt, internationalIBM (nach PwC-Übernahme) · England, Südafrika, Japan, Houston, St. Petersburg, Frankfurt
1999 – 2002Senior ConsultantPricewaterhouseCoopers, Hamburg
1996 – 1999SystementwicklerWestLB, Düsseldorf
1991 – 1996Werkstudent / Junior DevNorth Data (Kiel), Management Systems (Münster)
1989/90 – 1996Diplom-Studium InformatikUniversität Kiel
1987/88 – 1989/90Wehrdienst (15 Monate)Bundeswehr
1985 – 1987AbiturTechnisches Gymnasium Schleswig
1980 – 1985MittelstufeBruno-Lorenzen-Schule, Schleswig
1972 – 1980GrundschuleSt.-Jürgen-Grundschule, Schleswig

Skills

Heute aktiv: Dart/Flutter (primär) · Python · TypeScript · Domain-Driven Design · Agentic Coding · Claude Code · Codex · Kimi · OpenCode · GPT-5

Über drei Jahrzehnte: Großrechner · Unix-Systeme · Enterprise Banking · System-Architektur in internationalen Großprojekten

Quer-Skills: Internationale Projektarbeit auf 5 Kontinenten · Mentoring · Selbstständigkeit als Lebensentwurf


Persönlich — ohne Filter

  • Geboren: 1966 in Schleswig, sechstes von zehn Kindern
  • Wohnt: Hamburg, alte Villa-Wohnung
  • ADHS: Spät-Diagnose mit 59. Erklärt vieles rückblickend.
  • Prosopagnosie: Gesichtsblindheit. Ich erkenne Menschen nicht am Gesicht wieder. Hat manche Anekdote produziert.
  • Familie: Keine Kinder, keine Tiere. “Wenn ich einen Hund hätte, würde ich nichts anderes mehr tun.”
  • Sprachen: Deutsch (native), Englisch (fließend, 30 Jahre international gearbeitet)

Was ich gerade mache · Hobbies, Bücher, Motorrad · Kontakt


Hobbies

Motorrad — Identität, nicht nur Hobby

“Ich bin geboren für Motorrad” — mein Fahrlehrer, 1996.

Auto-Führerschein erst mit 30 (sah nie den Sinn), gleich Motorrad dazu. Praktische Prüfung im eisglatten Winter — der Prüfer ließ mich ohne Fahren bestehen. “Schau mal, wie du dir das zutraust.”

Erste Maschine 2001 in Hamburg: Suzuki SV650. Dann Schockverlieben in eine GSX-R 1000 RR (2003), Suzuki-Loyalität über sechs Jahre (K3, K5, K7, K9 — zwei davon geklaut), später Honda CBR 1000 RR. 2013: drei Monate Europa, 17.000 km.

Aktueller Traum: Mit dem Motorrad durch Japan.

Software-Übersetzung dieses Hobbies: Adventurist.

Lesen

Als Kind allein in die Bücherei. Prägendster Roman: The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. Heute hauptsächlich Sachbücher: Atomic Habits · Think and Grow Rich Asia · Ikigai als Bibel.

Japan

Hatte ein Projekt in Tokio während der IBM-Zeit. Ikigai ist nicht Deko — es ist Lebensphilosophie.

Aktien-Trading

Seit 2008 aktiv. Aus 2.000 € wurden in Zürich einmal 200.000 €. Heute: AI Trader — die Software-Übersetzung der Intuition.

Norddeutsch durch und durch

Hamburg ist Heimat. Wind, Kälte, Regen — alles willkommen. “Schönwetter-Norddeutsche gibt es nicht.”


Vollständige Lebensgeschichte

Wer die lange Version will: Im Mai 2026 habe ich beim Aufsetzen dieser Website meine kompletten Memoiren aufgeschrieben — alle Kapitel, alle Anekdoten, alle Wendepunkte.

Memoiren lesen

PS: Mitten beim Schreiben dieser Memoiren entstand eine neue App-Idee — Logbuch & Lotse. Eine Idee, ein Repo. Klassisch ich.

Einschulung in Schleswig, ca. 1972 — mit sechs Jahren, Schultüte rot-gelb, gestreiftes Polo.
Einschulung in Schleswig, ca. 1972 — mit sechs Jahren, Schultüte rot-gelb, gestreiftes Polo.
Nach dem Abi, ca. 1986 — weißes Hemd, lange blonde Haare, ein Bier auf dem Tisch.
Nach dem Abi, ca. 1986 — weißes Hemd, lange blonde Haare, ein Bier auf dem Tisch.
Party zu Hause nach dem Vordiplom, 19.8.1995 — Hugo Boss T-Shirt, am Handgelenk eine Maurice Lacroix für 700 DM (später geklaut).
Party zu Hause nach dem Vordiplom, 19.8.1995 — Hugo Boss T-Shirt, am Handgelenk eine Maurice Lacroix für 700 DM (später geklaut).